In den Hochanden feiern die Menschen seit einigen Jahrhunderten Rituale, die von zwei Glaubenswelten erzählen: vom Christentum der spanischen Kolonisatoren und den Religionen der indigenen Bevölkerung in den Anden. Die Kulturanthropologin Dr. Sabine Dedenbach-Salazar Sáenz untersucht, wie sich diese Religionen in Sprache und Festkultur begegneten – und was sie über Macht, Anpassung und Widerstand verraten.
Während ihres Studiums der Altamerikanistik an der Universität Bonn spezialisierte sich Sabine Dedenbach auf die Geschichte und Sprachwissenschaft der Andenkulturen. Ein DAAD-Jahresstipendium führte sie 1977/1978 an die University of St Andrews in Schottland – eine prägende Zeit, die zu einem wichtigen Baustein ihrer akademischen Karriere wurde. Hier perfektionierte sie ihre Kenntnis des Quechua, einer Sprachfamilie, die für sie das Tor zu einer neuen Welt werden sollte, und wählte ihren Forschungsschwerpunkt: die Wechselwirkung von Religion, Sprache und Kolonialisierung – und ihr Einfluss auf die lokalen Feste.