In dem 1961 erschienenen Roman des polnischen Autors Stanisław Lem, den der sowjetische Regisseur Andrej Tarkowskij elf Jahre später verfilmte, bekommen es Forscher auf einer desolaten Raumstation mit einer überlegenen, unergründlichen Intelligenz zu tun: dem Ozean, der den Planeten Solaris umgibt. Aus Erinnerungen und Schuldgefühlen erschafft er spukhafte Wiedergänger, die die Bewohner der Raumstation in ihre seelischen Abgründe blicken lassen. Sowohl Lem als auch Tarkowskij waren in der ersten Hälfte der 1980er-Jahre Fellows des Berliner Künstlerprogramms des DAAD, was ihnen einen Residenzaufenthalt und das Arbeiten in West-Berlin ermöglichte. Von der Technikbegeisterung seiner Zeit bleibt „Solaris“ weitgehend unberührt. Auch wenn die offizielle sowjetische Kulturpolitik Tarkowskijs Filmschaffen skeptisch gegenüberstand, machten damals Filme wie dieser den kommunistischen „Ostblock“ für ein breites Publikum im Westen interessant. —
In Aktion
Unvergessen: Der Sci-Fi-Klassiker Solaris
Angesichts der rasanten Entwicklung der Künstlichen Intelligenz gewinnt der Science-Fiction-Klassiker „Solaris“ neue Aktualität.
Ausgabe 1 | 2026