Im Austausch

Das Weltall als Ziel

Diese DAAD-Programme stärken die Erforschung des Weltraums.

Ausgabe 1 | 2026

Astrophysik als Brücke zwischen Kontinenten

Im argentinischen Grasland, weit entfernt von der nächsten Stadt, misst das Pierre-Auger-Observatorium auf 3.000 Quadratkilometern kosmische Strahlung aus dem All, deren Energie Hunderte Male höher ist als in irdischen Beschleunigern. Die Anlage ist das Labor für das deutsch-argentinische Doppelpromotionsprogramm DDAp, in dem Forschende etwa dem „Myonen-Rätsel“ nachgehen – einer Diskrepanz zwischen Theorie und Messung bei schweren Elementarteilchen.

Doktoranden des vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Universidad Nacional de San Martín (UNSAM) in Buenos Aires ausgerichteten Programms forschen in binationalen Teams, werden von beiden Hochschulen betreut und verbringen mindestens ein Jahr im Partnerland. „Wir bilden Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus, die Probleme lösen können“, sagt Physiker Johannes Blümer, der das Programm mit aufgebaut hat. Ob in der Datenwissenschaft oder der Industrie – entscheidend sei die universelle Methode: „Verstehen, was das Problem ist, die richtigen Fragen stellen, sich an die Lösung herantasten.“

Der DAAD fördert das Programm über das Deutsch-Argentinische Hochschulzentrum (DAHZ). Für DAHZ-Direktor Daniel Zimmermann liegt die Stärke im Aufbau: „Der Erfolg besteht darin, dass die Kooperation strukturell verankert ist – mit gemeinsamer Auswahl, Finanzierung und Verantwortung zwischen beiden Beteiligten.“

www.iap.kit.edu/ddap.php

Vom All ins Labor – und oft direkt in den Job

Während Satelliten aus Tausenden Kilometern Höhe die Erde scannen, entscheidet sich ihre Präzision an Schreibtischen der Institute des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Hier, in staubkornfreien Reinräumen und vor Hochleistungsrechnern, fließen Daten aus aller Welt zusammen. Das DLR-DAAD Research Fellowship Programme macht die Labore zum Knotenpunkt internationaler Biografien.

Das Programm ermöglicht internationalen Doktorandinnen und Doktoranden, Graduierten und Postdocs Forschungsaufenthalte an DLR-Instituten. Die Themen reichen von Satellitentechnik über Quantenfehlerkorrektur bis hin zu Batterieentwicklung für Mondmissionen. „Der DAAD bringt seine Stärken ein, das Programm über sein weltweites Netzwerk bekannt zu machen und geeignete Kandidatinnen und Kandidaten auszuwählen“, erklärt Carsten Walbiner, Leiter des DAAD-Referats Forschungsprogramme.

Talente beispielsweise aus Brasilien oder Indien bringen eine Expertise ein, die „wir so in Deutschland allein nicht finden“, wie Projektkoordinatorin Katrin Bußmeier erklärt. „Der DAAD und das DLR setzen auf Internationalisierung.“ Durch die enge Verzahnung mit der Industrie mündet das Fellowship nicht selten in eine Festanstellung am DLR oder bei Partnerunternehmen. —

www.daad.de/daad-dlr/

Innovationen der Raumfahrtforschung

Sie ist das digitale Schaufenster für den Wissenschaftsstandort Deutschland: die Plattform „Research in Germany“, eine Initiative des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Auf einer neuen Unterseite zum Thema „Research in focus: Pioneering the future of space in Germany“ nimmt sie die deutsche Raumfahrtforschung in den Blick. Von bahnbrechenden Projekten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt über akademische Exzellenz an deutschen Hochschulen bis zu innovativen Beiträgen der Industrie stellt die Seite Schlüsseltechnologien vor, erläutert die engen Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und zeigt auf, welche Möglichkeiten sich internationalen Forschenden in diesem dynamischen Sektor eröffnen.

www.research-in-germany.org/en/researchers_in_us/aerospace_research.html