Astrophysik als Brücke zwischen Kontinenten
Im argentinischen Grasland, weit entfernt von der nächsten Stadt, misst das Pierre-Auger-Observatorium auf 3.000 Quadratkilometern kosmische Strahlung aus dem All, deren Energie Hunderte Male höher ist als in irdischen Beschleunigern. Die Anlage ist das Labor für das deutsch-argentinische Doppelpromotionsprogramm DDAp, in dem Forschende etwa dem „Myonen-Rätsel“ nachgehen – einer Diskrepanz zwischen Theorie und Messung bei schweren Elementarteilchen.
Doktoranden des vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Universidad Nacional de San Martín (UNSAM) in Buenos Aires ausgerichteten Programms forschen in binationalen Teams, werden von beiden Hochschulen betreut und verbringen mindestens ein Jahr im Partnerland. „Wir bilden Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus, die Probleme lösen können“, sagt Physiker Johannes Blümer, der das Programm mit aufgebaut hat. Ob in der Datenwissenschaft oder der Industrie – entscheidend sei die universelle Methode: „Verstehen, was das Problem ist, die richtigen Fragen stellen, sich an die Lösung herantasten.“
Der DAAD fördert das Programm über das Deutsch-Argentinische Hochschulzentrum (DAHZ). Für DAHZ-Direktor Daniel Zimmermann liegt die Stärke im Aufbau: „Der Erfolg besteht darin, dass die Kooperation strukturell verankert ist – mit gemeinsamer Auswahl, Finanzierung und Verantwortung zwischen beiden Beteiligten.“